Zu Besuch in Frankreich

Guten Tag, mein Name ist Katharina Wittstadt und zur Zeit besuche ich die E-Phase
der Georg-Büchner-Schule.
Dieses Jahr hatte ich die Möglichkeit, drei Monate am Lycée du Bois d’Amour in
Poitiers zu verbringen. Meine Austauschpartnerin hatte mich bereits das Jahr zuvor
besucht. Da sie AbiBac macht, eine Mischung aus dem deutschen Abitur und dem
Bac (französischer Schulabschluss), gab es außerordentlich wenige
Sprachprobleme.
Mein Sprachniveau war hingegen etwas schlechter, doch auch dies war nach einer
Weile kein Problem mehr, da mein Französisch sich in kürzester Zeit stark
verbesserte. Ständig eine Fremdsprache zu sprechen und eine neue Kultur
gleichzeitig kennenzulernen, kann jedoch auch sehr anstrengend sein.
Da meine Austauschpartnerin etwas weiter von Poitiers, in der Kleinstadt
Châtellerault, wohnte, waren wir unter der Woche im Internat. Natürlich hat man
hierzu Erwartungen, jedoch war es eher keine Hanni-und-Nanni-Erfahrung. Das
Internat war wesentlich strenger mit fest eingeplanter Hausaufgabenzeit und bereits
um 18:30 Uhr wurde zu Abend gegessen. All dies klang zwar anfangs etwas
einschüchternd, jedoch habe ich mich schnell dem Rhythmus anpassen können.
Da ich im Internat war, durfte ich immer in der Cafetaria essen, was teilweise sehr
interessant war. Da meiner Meinung nach in Frankreich wesentlich mehr Fleisch
gegessen wird, gab es immer ein kleines Extra Menü für mich als Vegetarierin.
Manchmal waren diese besser als die Fleisch-Menüs und manchmal gab es Bohnen.
Doch auch die Menschen dort haben mich überrascht, anders jedoch als die
Cafeteria:). Alle waren sehr offen und haben mich direkt als Teil der Gruppe
aufgenommen, auch als mein Französisch noch eher bescheiden war und das
Englisch-Niveau dort auch etwas niedriger ist als bei uns.
Der Unterricht sehr unterschiedlich. Ich hatte die Leistungskurse Englisch, Politik
und Wirtschaft sowie Philosophie. Alle drei waren sehr interessant, auch wenn ich in
manchen mehr verstanden habe als in anderen.
Die Wochenenden, welche ich mit meiner Gastfamilie verbringen konnte, waren
immer sehr schön. Wir haben viele Flohmärkte besucht, Ausflüge mit Freunden
unternommen und – meine Lieblingsbeschäftigung – den Second-Hand-Laden
besucht.
Meine Gastfamilie hat mich sofort als Familienmitglied aufgenommen und hat mir
immer geholfen, falls ich mal Probleme hatte. Wir stehen auch heute noch in Kontakt
und ich hoffe, sie bald mal wieder besuchen zu können.
Mehr Selbstvertrauen, Eigenständigkeit und tolle neue Freundschaften bringt ein
Austausch bestimmt. Deswegen würde ich es allen empfehlen, die die Möglichkeit
dazu haben.

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